Unternehmen

Die Idee „Electrocycling“

Anfang der neunziger Jahre startete Preussag AG Metall auf Basis ihres spezifischen Fachwissens aus der bergbaulichen Aufbereitungstechnik ein internes F+E-Projekt zur Aufbereitung von Elektronikschrott. Neben der technisch erforderlichen Schadstoffentfrachtung stand von Beginn an die Gewinnung der im Produktstrom enthaltenen Rohstoffe im Vordergrund. Damals wurden Elektroaltgeräte vorrangig auf Deponien beseitigt, obwohl sie, wie Voruntersuchungen zu dem Projekt bestätigten, einen deutlich höheren Metallgehalt aufweisen, als viele abbauwürdige Erze.

Nach erfolgreichem Abschluss der Verfahrensentwicklung fiel 1994 die Entscheidung zum Bau einer Betriebsanlage. Für den Bau und Betrieb der Anlage wurden die Gesellschaften Electrocycling Anlagen GmbH (Anlagen Eigentümer) und Electrocycling GmbH (Anlagen Betreiber) von den Firmen Deutsche Bundespost Telekom, Siemens AG und Alcatel SEL AG und Noell GmbH gegründet.  Auf einem Industriegelände in Goslar wurde die Anlage errichtet und im August 1995 in Betrieb gesetzt.

In den ersten Jahren wurden von rund 100 Mitarbeitern monatlich ca. 1000 t Elektroaltgeräte verarbeitet. Das Material wurde deutschlandweit hauptsächlich von Geschäftskunden und aus dem Gesellschafterkreis übernommen. Schon 1996 begann Electrocycling mit eigenem Personal Demontagen für ihre Kunden auszuführen. Bei der Umrüstung des analogen Telefonnetzes auf digitale Technik wurden von Electrocycling mehr als 50.000 t Analogtechnik abgebaut und in Goslar verwertet. Im Laufe der Jahre wurden die Verarbeitungsmengen auf 2.500 t pro Monat bis Anfang 2000 gesteigert. Die Mitarbeiterzahl stieg im gleichen Zeitraum auf etwa 130. 

Mit Umsetzung des ElektroG im März 2006 übernahm Electrocycling vermehrt auch Elektroaltgeräte aus dem Haushaltsbereich und die zurückgeführten Tonnagen stiegen deutlich an. Daraufhin erweiterte Electrocycling im Jahre 2010 seine Anlagenkapazität von 30.000 auf 80.000 Jahrestonnen und verarbeitet seit 2011 mit nunmehr 160 Mitarbeitern gut 4.000 t pro Monat.
 

Forschung und Entwicklung

Die eingesetzte Verfahrenstechnik wird kontinuierlich überprüft und optimiert. Parallel beteiligt sich Electrocycling gemeinsam mit Herstellern und Instituten an verschiedenen Forschungsprojekten.  Für solche Aufgaben beschäftigt Electrocycling zwei Verfahrensingenieure und ermöglicht es Studenten, Themenbereiche in Studien- und Diplomarbeiten zu erarbeiten. Derzeit werden zwei geförderte Projekte bearbeitet. Das erste beschäftigt sich mit dem Recycling von Lithium Ionen Akkumulatoren und im zweiten Projekt soll ein Verfahren zur Rückgewinnung von Indium aus Flachbildschirmen entwickelt werden.

Electrocycling beteiligt sich kontinuierlich in Arbeitskreisen und in Verbänden an der Gestaltung von technischen und gesetzlichen Vorgaben für die Elektrogeräte Verwertung.

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